Dr. med. Thomas Zogg
Allgemeinmedizin FMH
Manuelle Medizin SAMM
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Manuelle Medizin bei Rücken-, Nacken- und Muskelschmerzen, Hexenschuss, Ischias - eine überlieferte Methode gewinnt an Bedeutung

Manuelle Medizin ist keine Erfindung der modernen Zeit. Im 19. Jahrhundert begannen sich verschiedene medizinische Gruppierungen in den USA und Eruopa mit diesen Methoden zu beschäftigen.

In der Schweiz hat der Landarzt Dr. Otto Nägeli als Pionier die Weiterentwicklung dieser Techniken zur modernen Manuellen Medizin entscheidend geprägt. 1894 beschrieb er ausführlich verschiedene Therapiemöglichkeiten mittels Handgriffen. Ausgehend von dieser ersten wissenschaftlichen Grundlage fasste diese „neue“ Therapie in der Ärzteschaft mehr und mehr Fuss, bis schliesslich 1959 die Schweizerische Ärztegesellschaft für Manuelle Medizin (SAMM) gegründet wurde. Seit ungefähr 20 Jahren gewinnt die Manuelle Medizin stetig an Bedeutung.

Manuelle Medizin wird vor allem bei Rücken-, Gelenk- und Muskelbeschwerden eingesetzt. Beschwerden also, die durch Fehlbelastungen, Unfälle oder Krankheiten entstehen. Mit gezielten Handgriffen, manuellen Behandlungen von Muskulatur und Verspannungen stellt der auf Manuelle Medizin spezialisierte Arzt die Beweglichkeit von Wirbelsäule und Gelenken wieder her.

Er löst Blockierungen sowie muskuläre Verspannungen, er korrigiert gestörte Gelenkfunktionen und kann so die Schmerzen lindern. Genauso wichtig wie die Therapie ist das anschliessende Aufbauprogramm. Um Rückfälle zu vermeiden, erstellt der Arzt individuelle Rehabilitations- und Trainingsprogramme; dies in enger Zusammenarbeit mit der Physiotherapie.

Die Manuelle Medizin ist eine anerkannte Behandlungsmethode und hat einen festen Platz in der Schulmedizin eingenommen. In der Schweiz haben über 1000 eine mehrjährige, berufsbegleitende Ausbildung abgeschlossen, bilden sich regelmässig in Kursen und Qualitätszirkeln weiter und wenden diese schonende Behandlungstechnik mit grossem Erfolg an. Zur Zeit sind über zwei Drittel der Mitglieder unserer Gesellschaft als Grundversorger tätig, so dass die Anwendung der Manuellen Medizin direkt dem Patienten bei der entscheidenden Erstbeurteilung und Erstbehandlung zu gute kommt.

Handgriffe statt Eingriffe

Die Manuelle Medizin bedient sich einfacher manueller Mittel. Der ausgebildete Arzt legt selbst Hand an. Mit kurzen, raschen oder sich wiederholenden, langsamen Bewegungen übt er mit minimalem Kraftaufwand Druck oder Zug auf Wirbel und/oder Gelenke aus. Die dosierten Handgriffe lösen manchmal ein hörbares Knacken aus. Er dehnt verkürzte Muskeln oder löst verspannte Stellen mit speziellen Griffen.

Durch eine rechtzeitig eingeleitete Therapie können oft langwierige und teure Behandlungen vermieden werden.

Manuelle Medizin – eine umfassende Methode

Die Manuelle Medizin ist eine Methode, die sich auf drei Säulen stützt:

  • Untersuchung/Diagnose
  • Behandlung
  • Rehabilitation/Training

Zuerst stellt der Arzt die Diagnose. Auch diese wird durch eine manuelle Untersuchung gestellt. Eine ergänzende Röntgenuntersuchung kann in besonderen Situationen sinnvoll sein. Dann geht der Arzt mit gezielten Handgriffen gegen die Schmerzen vor.

Normalerweise genügen einige wenigen Behandlungen, um die Störungen zu beheben. Für einen bleibenden Erfolg schlägt der Arzt möglicherweise ein umfassendes Aufbauprogramm vor und bespricht zusammen mit dem Patienten vorbeugende Massnahmen. Beispielsweise Vorschlag für gezieltes Trainingsprogramm, Empfehlungen für die Gestaltung des Arbeitsplatzes, Ratschläge für die Körperhaltung, usw.

Grenzen der Manuellen Medizin

Auch eine schonende Methode wie die Manuelle Medizin ist nicht für alle Patienten und Patientinnen geeignet. Unter Umständen können vorbestehende Erkrankungen sowie Unfallfolgen eine Behandlung verbieten.

Die Beurteilung allfälliger Risiken gehört deshalb in die Hand eines manualmedizinisch ausgebildeten Arztes.

Ihr Arzt für Manuelle Medizin ist der Spezialist für die Behandlung von Schmerzen, die vom Bewegungsapparat wie zum Beispiel der Wirbelsäule, den Gelenken und den Muskeln ausgehen.

Warum zum Arzt?

Es gibt wichtige Gründe, warum Patienten und Patientinnen, die unter Schmerzen leiden, zuerst vom Arzt für Manuelle Medizin untersucht werden sollten.

Für eine erfolgreiche Therapie ist die genaue Kenntnis des Krankheitsbildes die wichtigste Voraussetzung, nur so kann eine präzise Diagnose der Funktionsstörung gestellt werden. Hier greift der ausgebildete Arzt auf sein gesamtes medizinisches Wissen zurück. Er erkennt Situationen, die besser nicht manuell behandelt werden oder bei welchen ein Medikament sinnvoll ist. Er weiss, dass bei einer ungenauen Diagnose und mit falschen Grifftechniken Unheil angerichtet werden kann. Eine Verstärkung der Schmerzen oder chronische Beschwerden können die Folge davon sein.

Der auf Manuelle Medizin spezialisierte Arzt versteht sein „Handwerk“. Er bereitet sich in einer mehrjährigen, anspruchsvollen berufsbegleitenden Ausbildung auf seine Tätigkeit vor und schliesst diese mit Prüfungen ab. Nur so kann der Fähigkeitsausweis für Manuelle Medizin erworben werden. Die regelmässige Weiterbildung ist zur Beibehaltung des Fähigkeitsausweises ein „Muss“. Diese Ausbildung können nur Ärzte absolvieren. Die Bezeichnung „Fähigkeitsausweis für Manuelle Medizin“ ist durch die Schweizerische Ärztegesellschaft FMH offiziell anerkannt und geschützt.

Informieren Sie den Arzt in Bezug auf manuelle Therapie
betreffend folgender Fragen

  1. Wurden bei Ihnen wegen der aktuellen Beschwerden bereits Therapien durchgeführt? Welche? Eventuelle Komplikationen oder Probleme dabei?
  2. Aktuell von Ihnen eingenommene Medikamente (bitte alle aufschreiben mit Dosierung).
  3. Wird bei Ihnen das Blut verdünnt? Quickkontrolle (Marcoumar®, Sintrom®? Warum?
  4. Bestehen bei Ihnen Allergien oder Überempfindlichkeiten?
  5. Hatten Sie bereits Operationen an der Hals- oder Lendenwirbelsäule?
  6. Hatten Sie Unfälle mit Verletzungen des Nackens, Rückens oder Knochenbrüchen?
  7. Gibt es bereits Röntgenbilder und Tomografien? Wo? Wann?
  8. Haben Sie andere Krankheiten (Herz, Kreislauf, Blutdruck, Diabetes, Lungen/Atemwege, Osteoporose, Krebs, Gerinnungsstörungen)?
  9. Bestanden oder bestehen bei Ihnen Tumorerkrankungen?
  10. Leiden Sie unter Nervenerkrankungen (Krampfleiden, Lähmungen)?
  11. Leiden Sie unter Psychischen Erkrankungen?
  12. Treiben Sie Sport? Welchen?
  13. Sitzen Sie viel?
  14. Könnte bei Ihnen eine Schwangerschaft bestehen?