Cholera
In den letzten Jahren wurde die Cholera nebst Afrika und Asien auch wieder ein Problem in Mittel- und Südamerika. Die Cholera ist eine Krankheit, die den Darmtrakt angreift. Erreger ist ein Bakterium; die Uebertragung erfolgt meist durch Wasser, das mit Kot verunreinigt ist. In der Schweiz wird mit einem Impfstoff immunisiert, bei dem der Schutz schon nach acht Tagen bei 70 % liegt. Hygienische Massnahmen gelten aber nach wie vor am wichtigsten für Reisende in Ländern mit Choleraepidemien.
Weitere Informationen zu Ländern mit Cholerarisiko finden Sie hier.
Diphtherie/Tetanus
Auffrischimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus erfolgen mit einem kombinierten Impfstoff. Seit 1984 wurde in der Schweiz kein Fall von Diphtherie (schwere Entzündung des Rachens, teilweise des Kehlkopfs, vor allem im Kindesalter) mehr bekannt. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sind aber in den 90er-Jahren Epidemien aufgetreten, bei denen auch Erwachsene betroffen waren. Die Krankheit wird durch Tröpfchen (Husten, Niesen, Sprechen etc.) übertragen. Die Fachleute sind sich deshalb weltweit einig, dass der Schutz auch bei Erwachsenen erhalten werden muss.
Der Erreger des Wundstarrkrampfes/Tetanus ist in der ganzen Welt bekannt, aber durch weitgehende Immunisierung der Bevölkerung in entwickelten Ländern eher selten geworden. Wunden sind ein idealer Boden für die Entwicklung der Krankheit, die in schweren Fällen zu Hirnhautentzündung, Tollwut oder anderen Krampfkrankheiten führen kann.
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Die durch Zecken übertragene Krankheit betrifft vor allem Personen, die sich beruflich oder in der Freizeit häufig in Endemiegebieten im Wald aufhalten. Die FSME-Impfung verleiht keinen Schutz gegen die von Zecken übertragene Lyme-Borreliose. Weitere Informationen, sowie eine Zeckenkarte der Schweiz und des Kantons Zürich finden Sie hier.
Gelbfieber
Tropische Länder von Ost-, Zentral- und Westafrika bis Südamerika gehören zu den Endemiegebieten des Gelbfiebers (nicht zu verwechseln mit Gelbsucht). Die Krankheit wird durch infiszierte Stechmücken übertragen. Die Impfung darf nur durch autorisierte Impfzentren durchgeführt werden (Universitätsspital Zürich, Sozial- und Präventiv-Medizin). Angaben zu den aktuell betroffenen Ländern finden Sie hier.
Hepatitis A
Die Ansteckung mit Hepatitis A-Viren geschieht hauptsächlich im Ausland. Sie erfolgt in erster Linie durch Nahrungsaufnahme. Reisenden in Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa wird empfohlen nur gekochte Speisen, geschälte Früchte, abgekochtes Wasser etc. zu sich zu nehmen. Eine Nachimpfung ist 9 Monate nach der Erstimpfung angezeigt; der Impfschutz beträgt danach 10 Jahre.
nach oben
Hepatitis B
Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt eine Grundimmunisierung bei Jugendlichen, da die meisten Ansteckungen in jungen Jahren erfolgen. Auch bisher nicht geimpfte Erwachsene mit erhöhtem Hepatitis B-Risiko sollten geimpft werden. Die Uebertragung der Krankheit erfolgt durch engen Kontakt mit einem Hepatitskranken (Blut-zu-Blut-Kontakt, z.B. bei verletzter Haut).
Influenza/Grippe
Für folgende Personengruppen wird eine Impfung gegen Grippe generell als empfehlenswert bezeichnet: über 65-jährige, Kinder und Erwachsene mit Herz- oder Lungenkrankheiten, Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes), Niereninsuffizienz, Hämoglobinopathie und Immunsuppression sowie Personen, die häufig in Kontakt mit Kranken kommen. Aktueller Beitrag zur Grippe-Impfung hier.
Meningokokken
Afrika, Asien und Südamerika zählen zu den Endemiegebieten der Meningokokken-Meningitis (Form von Hirnhautentzündung). Eine Impfung ist nur für Personen sinnvoll, die sich für längere Zeit im Endemiegebiet aufhalten.
Pertussis
Der Schutz gegen Keuchhusten nimmt bei Basis-geimpften Personen mit den Jahren ab, deshalb erkranken heute öfters auch Erwachsene an dieser Krankheit. Auffrischimpfungen werden aber noch nicht empfohlen.
Pneumokokken
Diese Bakterien können gefährliche Lungenentzündungen verursachen, vornehmlich bei entfernter Milz, Alter über 65, fortgeschrittene Herz-, Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankung, Alkoholmissbrauch, hämatologische Neoplasien (?), Immunsuppression u.a.
nach oben
Poliomyelitis
Dank konsequenter Polio-Grundimmunisierung darf für die meisten Erwachsenen angenommen werden, dass sie über einen genügenden Impfschutz verfügen. Bei starkem Expositionsrisiko (Reisen nach Afrika und Asien) ist eine Auffrischimpfung nach 10 Jahren angezeigt.
Tollwut
Die letzten Fälle von humaner Tollwut liegen in der Schweiz 20 Jahre zurück. Präexpositionell werden aber Personen geimpft, die beruflich (Wald, Tiermedizin, Schlachthof, Tierlaboratorien) oder auf Reisen (besonders Kinder) einem erhöhten Tollwutrisiko ausgesetzt sind. Nach einem Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier muss sofort immunisiert werden (auch präexpositionell geimpfte Personen).
Tuberkulose
Es wird keine routinemässige Impfung gegen diese Bakterieninfektion empfohlen, obwohl seit den 80er-Jahren wieder weltweit mehr Tuberkulosefälle registriert wurden. Der Nutzen der Impfung bei Erwachsenen ist ungenügend nachgewiesen, allenfalls ist sie diskutabel bei Reisen in risikoreiche Länder.
Typhus
In zahlreichen Ländern Asiens, Afrikas sowie in Mittel- und Südamerika ist Typhus eine bedeutende gesundheitliche Bedrohung. Die Uebertragung der Bakterien erfolgt auf vielfältige Weise (Nahrungsmittel, Wasser, Fliegen etc.). Eine Impfung ist angezeigt bei Reisen in betroffene Länder.
Varizellen/Zoster
Bei Varizellen handelt es sich um Windpocken, bei Zoster um Gürtelrose. Beide werden vom gleichen Erreger hervorgerufen. Die Erkrankungen verlaufen bei Erwachsenen schwerer als bei Kindern.
Reisemedizin
Empfohlene oder obligatorische Impfungen für Reisen finden Sie hier für jedes Land.
nach oben
Dr. med. Thomas Zogg, CH-8320 Fehraltorf - www.zogg.ch - ©webmaster
|